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Predigt Erstkommunion (5. Mai 2002)

Liebe Erstkommunikanten Katja, Nicole, Clemens und Michael!

Werte Eltern, Geschwister und Verwandte,

Brüder und Schwestern im Herrn!

Die kleine Angelina, von der ich euch heute erzählen möchte, war ein Erstkommunionkind, so wie ihr. Wie sehr sehnte sie sich auf den Tag ihrer ersten heiligen Kommunion und wirklich, dieser Tag wurde auch wunderschön. Noch am Abend als sie in ihrem Bett lag, dachte sie an die schöne Feier in der Kirche zurück, aber auch an das gute Essen und den Ausflug, den sie dann alle zusammen gemacht hatten. Noch einmal betete Angelina das Gebet, das sie auswendig gelernt hatte: Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich, im Leben und im Tod. Doch da war sie auch schon eingeschlafen. Angelina hatte einen seltsamen Traum: sie schaute nämlich in den Himmel hinein. Aber Jesus war nicht da. Alle Engel und Heiligen suchten ihn ganz verzweifelt. Auch Maria, seine Mutter, war ganz ratlos – aber nirgends fanden sie ihn. Da verließen die Engel den Himmel und suchten Jesus auf Erden. Von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt suchten sie ihn. Sie konnten ihn auch dort nicht finden. Aber siehe da! Auf einmal fanden sie Jesus – und wißt ihr wo? Sie fanden Jesus im Herzen der kleinen Angelina. Denn dort hatte er in der hl. Kommunion seine Wohnung aufgeschlagen.

Dieser Traum ist Wirklichkeit, liebe Kinder: in der hl. Kommunion kehrt Jesus wirklich in unser Herz ein und bleibt bei uns.

Den Himmel auf Erden ersehnen sich wohl alle Menschen. Aber nicht das eigene Schaffen und Streben kann diesen Himmel auf Erden schaffen. Nicht das Geld und nicht der Genuß der irdischen Dinge läßt uns den Himmel auf Erden erleben. Das Glück, das wir hier genießen können, ist unverläßlich und vergänglich. Nicht so das wahre Glück, das uns die hl. Kommunion schenkt: denn sie bringt uns den Himmel auf die Erde und führt uns sicher von der Erde zum Himmel.

1. Die hl. Kommunion bringt uns zunächst den Himmel auf die Erde:

Sie ist ja das Geschenk, das Jesus uns bei seinem letzten Abendmahl hinterlassen hat, damit immer ein Stück Himmel bei uns sei und wir uns so in Freude und Leid, in guten und schlechten Tagen unseres Lebens an ihm festhalten dürfen. Die hl. Kommunion scheint zwar dem Aussehen und dem Geschmack nach nur ein Stück weißes Brot zu sein, wertlos und gering, in Wirklichkeit aber ist sie das Wertvollste und Teuerste, das es gibt: Jesus kommt vom Himmel her zu uns. Liebe Kinder, staunt immer wieder über dieses Wunder, das sich in jeder hl. Wandlung vollzieht. Glaubt fest daran, denn Jesus selbst hat ja gesagt: Dies ist mein Leib – und: dies ist mein Blut. Und, wenn ihr heute am Altar den Leib des Herrn, die heilige Kommunion empfangen dürft, dann denkt daran: in dieser heiligen Speise hat sich der Himmel in euer Herz gesenkt; die Engel Gottes umschweben euch und Jesus ist nun in euch.

2.Doch damit nicht genug: in der heiligen Kommunion kommt nicht nur der Himmel zu euch auf die Erde, sondern die hl. Kommunion ist der Schlüssel, der auch euch den Himmel aufschließt. Sicher, wollt auch ihr, liebe Kinder, für immer mit Jesus im Himmel glücklich sein. Jesus selbst hat uns dies versprochen, wenn er sagt: Wer von diesem Brote ißt, wird in Ewigkeit leben. Kein Tod, kein Verderben kann diese Heimat des ewigen Glücks uns rauben, außer das Erstarren in der Sünde.

Die hl. Kommunion als Schlüssel für den Himmel. Vergeßt aber nicht: dieser Schlüssel sperrt uns die Türe zum Himmel nur dann auf, wenn wir ihn gut gebrauchen und wenn wir ihn nie verlieren.

Verliert so nie den Eifer beim Meßbesuch, den ich vor allem bei euch, Nicole und Katja, schon in der Vorbereitungszeit wahrgenommen habe. Jedes kleine Opfer im rechtzeitigen Aufstehen zur Hl. Messe wird Jesus euch nie vergessen.

Bevor ihr zur heiligen Kommunion geht, prüft stets euer Herz und wenn ihr einer schweren Sünde gewahr werdet, dann bittet Jesus um Verzeihung und geht sobald als möglich zur heiligen Beichte, damit euer Herz rein sei, wenn Jesus zu euch kommt.

Heute darf jeder von euch, liebe Erstkommunikanten, bei der Gabenbreitung eine Hostie auf die goldene Patene des Priesters legen. Hostie, so nennt man die Opfergabe für Gott. So wie diese Brothostie, die ihr auf die Patene legt, bei der Hl. Wandlung am Altar zum geopferten Leib Jesu wird, so sollt auch ihr euch heute, an eurem Erstkommuniontag, innerlich Jesus schenken und übergeben, als seine Kinder, die ihm folgen wollen Dann erst kann euch die hl. Kommunion auch zum Himmel führen.

Liebe Eltern, Geschwister und Verwandte unserer Erstkommunikanten! Ihnen hat Gott die Verantwortung für diese, ihre Kinder an erster Stelle anvertraut. Ebenso, wie sie alles aufwenden an Liebe und Sorge für ihr irdisches Wohl, so haben Sie ihren Kindern auch das Wertvollste mitgegeben, das es gibt: die hl. Taufe, die sie zu einem Gotteskind werden ließ. Heute wird diese Gabe erneut gefestigt durch die Erste Heilige Kommunion. Die Kirche dankt ihnen in meiner Person heute für diese Sorge an ihren Kindern. Gleichzeitig aber bitte ich Sie auch: schaffen Sie zuhause eine Atmosphäre der Wertschätzung des Heiligen und vergessen Sie nie, daß Kinder am meisten und am leichtesten durch das eigene, gute Beispiel der Eltern ihre religiöse Heimat finden können. Möge der heutige Tage ihnen auch in Zukunft Freude und Ermutigung dazu schenken!

Uns allen aber, vor allem euch, liebe Kinder, fehle nie die heilige Speise, die vom Himmel herabkommt und uns zum Himmel führt. Laßt uns dafür danksagen, jetzt und alle Zeit unseres Lebens. Amen.








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